Öffnungszeiten während Ausstellungen
MI: 14—18 Uhr         FR+SA: 16—20 Uhr

Mär Dez 2022
  • Programmreihe

No to the Habit – The Habit Not To

Befragungen des Kollektiven

Aus der Erfahrung der Krise stellt sich die Frage, auf welchen Annahmen und Realitäten unser Zusammenleben beruht und wie wir dieses in Zukunft gestalten wollen. Können wir das Moment der Disruption für einen gesellschaftlichen Neustart nutzen, der Möglichkeiten bietet, kollektive und solidarische Strukturen neu auszuloten und diese auf eine andere Grundlage zu stellen? In einer neuen Programmreihe 2022 untersucht das KV Kollektiv Formen von kollaborativen Lebens- und Arbeitsweisen.
Wir erkunden explorativ, wie auf gesellschaftspolitischer, ökologischer und ästhetischer Ebene Gemeinwohl und Beteiligung umgedacht werden kann. Sind wir in der Lage, individuelle und kollektive Gewohnheiten zu durchbrechen und neue zu etablieren? Oder machen wir so weiter wie bisher? Welche individuellen Bedürfnisse gibt es und wie lassen sich gemeinsames Leben und Arbeiten als kollektiver Prozess von Wissen und Erfahrung neu denken?
Um die eigene Position sowie die gesellschaftlichen Möglichkeiten zu überdenken, lädt das Kollektiv des KV andere Kollektive und Künstler:innen ein – um zu produzieren, kuratieren, forschen, gestalten und zu agieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit fließen in vielfältige Formate ein und wirken auch auf das Kollektiv des KV zurück. Die sich ähnelnden Herausforderungen der kollektiven Arbeitsweise unter teils prekären ökonomischen Bedingungen und gleichzeitig idealistischer Prägung spiegeln dabei die aktuellen Gesellschaftsstrukturen wider, in denen ein Gemeinwohl stiftendes Handeln in Frage steht.
Im Zentrum der Auseinandersetzung mit den eingeladenen Positionen steht die Frage nach Möglichkeitsräumen, Strukturen zu kritisieren, transparent zu machen, zu überschreiben und zu verändern, um neue Formen des Miteinanders zu entwerfen.

The experience of the pandemic raises questions about the assumptions and realities on which our
coexistence is based and how we want to shape those in the future. Can the moment of disruption be used for
a social reboot? In the 2022 program series No to the Habit, the Habit not to – Surveys of the collective , the
KV collective explores forms of collaborative ways of living and working. We explore how common good
and participation can be rethought on a socio-political, ecological and aesthetic level. In order to rethink its
own position as well as social possibilities, the collective of KV invites other collectives and artists – to
produce, curate, research, design and act. The results of this work are incorporated into a variety of formats
and will also reflect back on the KV collective. The similar challenges of collective work in partly precarious
economic conditions and at the same time idealistic attitude reflect the current structures of society, in which
acting for the common good is in question. Central to the exploration of the invited positions are questions of
possibility spaces to criticize structures, to render them transparent, to overwrite them, and to change them in
order to envision new forms of togetherness.

Jun Dez 2021
  • Programmreihe

Of Things Baroque

Mit dem Projekt Of Things Baroque untersucht der KV Leipzig in drei Ausstellungen und einer Reihe von Veranstaltungsformaten die Epoche des Barock im Kontext der Gegenwartskultur.

Als Neo-Barock werden zeitgenössische Tendenzen einer immer stärker vom Internet und von digitalen Technologien geprägten Gesellschaft zu fassen versucht. Verweist das Präfix ‘neo’ dabei auf eine kulturelle Wiederaneignung historischer Artefakte, scheint die epochale Geschlossenheit des Barock zunächst in einem krassem Widerspruch zum Konzept der Gegenwart zu stehen.
Doch bereits in der Architektur des Historismus im 19. Jahrhundert war – vorwiegend in Europa und Nordamerika – ein Rückgriff auf barocke Prinzipien als eine patriotisch motivierte Geste zu verzeichnen. Anders formierte sich der Neo-Barock in Latein­amerika ab etwa 1950 bis in die 1980er Jahre unter postkolonialen und revolutionären Vorzeichen als künstlerische Strömung in Reaktion auf eine sozialistische Obrigkeit (Kuba) wie auf kapitalistische Ideologien gleichermaßen. (1)
Barocktypische Muster wurden als formalistische Strategie in der Literatur (bspw.
in den phantastischen Werken Luis Borges’ und im magischen Realismus), der Kunst und, insbesondere im Film verwendet, um feste Realitäten und Wahrheiten in Frage zu stellen und so als politische Instrumente in neuem Kontext produktiv gemacht. In der Annahme, dass heute alles bereits gesagt worden sei, stellen Kombinatorik, Variation und Referenzialismus in Sampling-Kulturen und zeitgenössischen Bildwelten eine spezifisch neo-­barocke Poetik der Wiederholung dar.
Als terminologische Alternative zu der zeitlich umfassenden und mitunter umstrittenen Kategorie der Postmoderne wird mit dem Begriff des Neo-Barock dabei die Wiederkehr konkreter formaler Qualitäten betont. Losgelöst von der eigentlichen Epoche des Barock lässt sich somit eine eigene Begriffsgeschichte des Neo-Barocken in neuen Kontexten nachzeichnen. So verstehen Kunsthistoriker wie Omar Calabrese den Barock als eine spezifische Geisteshaltung und formale Qualität, die die Grenzen der historischen Periodisierung überschreitet. Als zeitübergreifendes Formprinzip wird das ­Barocke so zu einem Schlüssel zum Verständnis historischer und zeitgenössischer kultureller Phänomene.
Das etymologische Spannungsfeld des italienischen Begriffs barroco (2) umfasst das Groteske gleichermaßen wie das Überladene. Der Kunsthistoriker Erwin Panofsky überführte die Wortneuschöpfung (3) sogar als linguistische Übersetzung eben jenes Formprinzips, das der Epoche zugrunde lag: das Gebrochene in der rhythmisierten ­Wiederholung, das Dynamische in der Ordnung. Labyrinthe, abgerundete Winkel, schwammige, hohle oder zu Wirbeln gebildete Körper stellen barocktypische Figuren dar. Sie verkörpern die Tendenz der Materie, den Raum zu überborden und sich mit dem Flüssigen zu verbinden. (4) Im Ornament übersteigert der Barock die Natur. In der Barockmusik – die sich durch Johann Sebastian Bach als einem ihrer prominentesten Vertreter in Leipzig einer besonderen Beachtung erfreut – finden sich mathematische Serialität und das bewegte Zusammenwirken und Quasi-Wetteifern von Stimmen. Universalgelehrte, wie der in Leipzig geborene Gottfried Wilhelm Leibniz, erfanden neue Techniken und Denkformen wie die binäre Arithmetik oder das Konzept der Monaden, durch welche das Bewusstsein für die Unendlichkeit des Universums sensibilisiert wurde.
In der Verwendung des Begriffs im 18. und insbesondere im 19. Jahrhundert wurde der Barock immer öfter mit einem Verfall der Sitten assoziiert und galt als ungewöhnlich, vulgär, überschwänglich, chaotisch und anormal. Damit grenzte sich der Barock von den humanistischen Idealen der Vernunft und Harmonie ab, mit denen die Renaissance den Beginn der Moderne einläutete.

Der Barock folgte im 17. Jahrhundert auf revolutionäre technologische Innovationen einerseits – und auf das Weltbild und den Erfahrungshorizont erweiternde wissen­schaftliche Erkenntnisse andererseits. Stellt die zunehmende Beschleunigung der Informationstechnologien, die Erschließung virtueller Welten und das Auftauchen alternativer Realitäten in der heutigen Zeit womöglich eine vergleichbare Konfrontation dar?
Wenn der Barock das Symptom einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Trans­formation war, so drängt sich zudem die Frage auf, was sich mit Blick auf die in jüngerer Geschichte und zeitgenössischer Kultur immer wieder auffindbaren barocken Phänomene, Strukturen und Strömungen über die gesellschaftliche Befindlichkeit der Gegenwart aussagen lässt. Aus diesen Fragen erschließt sich das Interesse des Kunstvereins an einer zeitübergreifenden Auseinandersetzung mit dem Barocken.

(1) Ndalianis, Angela: Neo-Baroque Aesthetics and Contemporary Entertainment, Cambridge: MIT Press 2004. S. 12–15
(2) Portugiesisch für „seltsam geformte Muschel“
(3) Panofsky, Erwin: Was ist Barock?, Hamburg / Berlin 2005, S. 19
(4) Vgl. Heinrich Wölfflin: Renaissance und Barock, Leipzig: Koebler und Amelang 1986

Jun 2020 Apr 2021
  • Programmreihe

K — V Enzyklopädie

Wissen als zentrale gesellschaftliche Ressource ist begehrt, umkämpft, normativ und von sozialen, politischen sowie ökonomischen Faktoren geprägt. Wissen hat die Eigenschaft exponentiell zu wachsen, sich medial zu transformieren und sich zu entkoppeln von staatlichen Stellen und Experten, die es kontrollieren und für seine Richtigkeit bürgen könnten. Wissen ist mit einem Wahrheitsanspruch verbunden, der konkurrierende Wirklichkeiten schafft. Zuweilen stehen Expertentum und Journalismus dabei ideologischen Glaubensvorstellungen gegenüber und soziale Medien können als Verstärker für abstruse Verschwörungstheorien dienen. Wird unsere Zeit als Informationszeitalter definiert, so lässt sich gleichzeitig eine Degradierung von Wissen und ein wachsendes Misstrauen gegenüber seinen Institutionen verzeichnen. Vor diesem Hintergrund sieht das Kollektiv des KV heute die Notwendigkeit, den generischen wie komplexen Topos Wissen unter verschiedenen Aspekten zu perspektivieren und künstlerisch zu reflektieren.

Mit dem Projekt K—V Enzyklopädie wird im KV Leipzig eine Plattform entstehen, die sich mit verschiedenen Formen des Wissens, der Erfahrung und mit Bildkulturen beschäftigt, die grundlegend für künstlerische und politische Praktiken sind. Welches Wissen und Nicht-Wissen ist für künstlerisches Arbeiten heute relevant? Wie konstituieren sich Wirklichkeiten? Aus welchen Positionen und Nischen wird gesprochen? Wer bildet das Publikum? Welche Möglichkeiten der Partizipation bieten sich an und wie müssen gemeinsame Erfahrungsräume beschaffen sein?

Die eingeladenen KünstlerInnen beziehen sich in ihrer Arbeit auf diese Fragen: Sie entwickeln Formate und Instrumentarien, um komplexe Wissenssysteme visuell und affektiv zugänglich zu machen, untersuchen Mechanismen der Wissensproduktion, Dialekte der Wahrheit, alternative Formen von Erfahrung, Körperwissen oder Strategien des Teilens und Vernetzens. In ihren künstlerischen Beiträgen ermöglichen sie alternative Formen von Erfahrung und produzieren neues Wissen, dass sich in Bildern, Sprache und Körpern manifestiert.

Als dramaturgisches Konzept für dieses Projekt dient die Idee einer kollektiven Enzyklopädie. Diese zentrale Metapher schafft einen Rahmen für Ausstellungen, Performances, Workshops, Diskussionen, Vorträge und Filmscreenings. Die alphabetische Struktur stiftet einerseits ein Ordnungssystem, schafft andererseits aber auch ein flexibles Begriffsfeld, das als Glossar und Handbuch zur Gegenwart benutzt werden kann. Jede Veranstaltung, ob Vorträge, Diskussionen, Screenings wird durch zentrale künstlerische Setzungen im Sinne raumbezogener Verfahren und Erweiterungen in den öffentlichen medialen Raum strukturiert. Die Produktionsstruktur ist also gekennzeichnet von künstlerischen Neuproduktionen, die von diversen performativen Wissensformaten begleitet werden. Die künstlerischen Beiträge sind einerseits mit den alphabetischen Schlagworten verknüpft, sollen andererseits aber auch routinierte und ritualisierte Wissensformate unterwandern, erweitern und kommentieren. Die willkürliche und nicht kausale Ordnung des Alphabets als narrative Struktur provoziert hierbei die Gleichberechtigung aller Beiträge. Ihr fragmentarischer Charakter ermöglicht einen spielerischen Zugang und spontane Beziehungen zwischen den Formaten und Inhalten sowie zu aktuellen Kontexten.

Zu Ende des Projekts wird ein gemeinsamer Wissens und Erfahrungsstand entstehen, in dem formale, strukturelle und mediale Fragen der Übersetzung beleuchtet werden. Die K—V Enzyklopädie findet so eine abschließende Realisierung in gedruckter Form und als Webarchiv. Die Gesamtheit der Formate innerhalb dieses Projektes werden gemeinsam lesbar und bilden ein kollektives und lebendiges Archiv der Gegenwart.

K—V Enzyklopädie versteht sich auch als eine kollektive Übung, gesellschaftliche Komplexitäten, Widersprüche und Diskontinuitäten lesbarer zu machen und als Realität der Moderne auszuhalten. Aber auch wenn wir uns an eine Mehrstimmigkeit gewöhnt haben, dass Wissen und Glauben, Sehen und Erkennen von situativen Vorbedingungen der BetrachterInnen abhängig sind, stellt sich gegenwärtig die Frage, ob wir in einer postfaktischen, anti-aufklärerischen Zeit leben. Ist Wahrheit und Komplexität gar aus der Mode gekommen, weil Rechthaberei allen auf die Nerven geht und der spektakuläre Unterhaltungswert viel schwerer wiegt? Was, wenn der Autor Ronald M. Schernikau recht hat, dass es zwischen Bild-Zeitung und ihren LeserInnen eine ungeschriebene Übereinkunft gibt, dass Bild lügt und alle es wissen. Der, der dann ruft »Bild lügt« würde sich lächerlich machen, da es ohnehin alle wissen. Oder, so Schernikau weiter, wenn etwas zynisch ist und einer sagt, das sei ja zynisch, dann würden die Verhältnisse einfach mit den Schultern zucken.

K—V Enzyklopädie stellt sich diesen Fragen der Gegenwart unter der Prämisse, dass Kunst Formen von Wirklichkeit hervorbringt, aber durchaus auch einen sozialen Rahmen anbietet um Austausch herzustellen, Erfahrungen zu teilen und leisere Stimmen zu Wort kommen zu lassen.

Nov 2019 Jan 2020
  • Programmreihe

Please divide in groups of II or III

Die Gruppenausstellung „Please divide in groups of two or three“ funktioniert als Plattform für Künstler*innen und Performer*innen, die sich in ihren Arbeiten mit Mechanismen des Ein- und Ausschlusses von Gemeinschaften beschäftigen. Ausgehend vom Modell des Kunstvereins wird der Begriff der Mitgliedschaft in unterschiedlichen gesellschaftlichen, popkulturellen, digitalen und ökonomischen Zusammenhängen kritisch beleuchtet. Uns interessiert, welche bewussten und unbewussten Regeln, Codes, Sprachen, Symbole und Produkte Zugang zu gemeinschaftlichen Zusammenschlüssen bieten. Wie notwendig ist Gruppenzugehörigkeit als Bedingung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenlebens? Inwieweit bringt das Ideal einer solidarischen Zugehörigkeit gleichzeitig auch immer Muster des Ausschlusses hervor?
Leitmotiv der Ausstellung ist das von Simone C. Niquille und Anja Kaiser entwickelte Maskottchen, das als künstlerische und kommunikative Iden- tifikationsfigur die Besucher*innen des KV willkommen heißt.
Die Performances, Workshops, Installationen, Screenings, Lecture Performances oder Exkursionen der Künstler*innen Tekla Aslanishvili, Ian Giles, Naomi Ricón Gallardo, Luise Schröder, Lissy Willberg und Frauke Zabel laden zu themenspezifischen Veranstaltungen während der Ausstellungszeit ein.
Anlässlich der Ausstellung wird zudem die neue Vereinskollektion der Künstlerin Katrin Mayer eröffnet, das über die Ausstellungszeit hinaus bestehen bleibt.

kuratiert von Anna Jehle und Juliane Schickedanz

Die regulären Öffnungszeiten sind im Rahmen der Ausstellung aufgehoben. Der Raum ist nur zu den Veranstaltungszeiten begehbar.

The group exhibition “Please divide in groups of two or three” is a platform for artists and performers that address mechanisms of in- and exclusion in and from communities in their works. Starting from the model of the Kunstverein, the notion of membership is critically examined in different societal, pop-cultural, digital and economical contexts. We are interested in asking which conscious and subconscious rules, codes, languages, symbols and products regulate access to forms of association and commonality. How essential is g roup affiliation as a condition for social coexistence in society at large? To which extent does the ideal of solidarity-based affiliation simultaneously always already imply patterns of exclusion?
Welcoming the visitors of the KV as an artistic and communicative figure of identification is the mascot developed by Simone C. Niquille and Anja Kaiser.
Over the period of the exhibition, the artists Tekla Aslanishvili, Ian Giles, Naomi Ricón Gallardo, Luise Schröder, Lissy Willberg and Frauke Zabel invite to theme-specific events in the form of performances, workshops, installations, screenings, lecture performances and excursions.
Furthermore, the new clothing collection realized by the artist Katrin Mayer in response to the collective structures of the KV will be launched on the occassion of the exhibition and will remain active after the exhibition ends.

curated by Anna Jehle and Juliane Schickedanz

For the duration of the exhibition the regular opening hours are annulled. The space is only accessible during events.

Künstler·innen
Tekla Aslanishvili, Ian Giles, Naomi Ricón Gallardo, Anja Kaiser, Katrin Mayer, Simone C. Niquille, Luise Schröder, Lissy Willberg und Frauke Zabel
Kurator·innen
Anna Jehle, Juliane Schickedanz
Mär Okt 2019
  • Programmreihe

Du kommst auch noch in Mode

Forschungs- und Ausstellungsprogramm 2019

Mode tritt vor allem als Kleidung in Erscheinung, und als solche ist sie Gegenstand kultureller Praktiken. Oft genug unterlaufen diese die Funktionalität der Kleidung und bedienen sich Strategien der Veröffentlichung und Verbreitung. Modisch zu sein bedeutet somit in seiner Essenz in einem engeren oder weiteren Rahmen sichtbar und damit auch öffentlich und populär zu werden. Zu diesen Sichtbarkeiten der Mode müssen wir uns verhalten. Wir können sie uns aneignen oder adaptieren, wir können uns ihnen verweigern und Gegenentwürfe gestalten, die möglicherweise selbst Moden werden. Wir laufen Gefahr, out zu sein, wenn wir verpasst haben, was in ist. Wir können – wie Walter Benjamin vorschlug – in der Mode die Flaggensignale des Zukünftigen zu lesen versuchen oder sie für die reinste Form der Gegenwärtigkeit halten, wir können sie als wichtigsten Agenten für die vielfältigen Prozesse der Generierung von individuellen und kollektiven Identitäten verstehen oder als Blaupause für die Zyklen spätkapitalistischer Produktion.

„Du kommst auch noch in Mode“ will die Wechselbeziehungen zwischen Mode(entwürfen) und korrespondierenden gesellschaftlichen Strukturen sozialer Wertbildungsprozesse erforschen und lesbar machen. Das Projekt geht dabei von der Hypothese aus, dass mit einer tieferen Kenntnis über die Prozesse und Praktiken der Mode auch ein erweitertes Verständnis für das Populäre und das Populistische verbunden sind. Popularität kann in den Diskursen kultureller Legitimation gleichermaßen als Ausweis von Erfolg und als publikumswirksamer Opportunismus bezeichnet werden. Doch was macht Popularität eigentlich aus? Welche ästhetischen Strategien lassen sich damit in Zusammenhang bringen? Wer und was wird von wem gesehen? Wie und in welchem Verhältnis zeigen sich Intentionen und Konsequenzen? Was sind Strategien des Öffentlichwerdens, wie können sie angeeignet, gegen sich verkehrt und neu gedacht werden? Welche Eigenschaften und „Formen“ werden in der Veröffentlichung kommuniziert; und welche nicht? In welchem Wechselverhältnis stehen die dominierenden Logiken des vor allem technischen Fortschritts mit dem Populären?

Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf prozessorientierten Arbeits- und Produktionsweisen, die eine enge Zusammenarbeit der eingeladenen Protagonist*innen mit dem KV zur Grundlage haben. Der KV erweist sich dabei als ein spontaner, wandlungsfähiger Ort, der die künstlerischen Arbeiten mit jeweils unterschiedlichen Raum- und Öffentlichkeitsstrategien sowie Handlungsanweisungen ins Verhältnis setzt. Dabei dient das „Prinzip Mode“ als Modell, welches das unauflösbare und widersprüchliche Wechselverhältnis zwischen Verheißung und Bedrohung veranschaulicht, das im Titel des Projekts bereits anklingt.

Ein Projekt von: Diana Felber, Louis Hay, Anna Lena von Helldorf, Anna Jehle, Eva Kallweit, Katharina Köhler, Daniel Niggemann, Teresa Rudolf, Caspar Sänger, Kilian Schellbach, Juliane Schickedanz, Jens Triebel und Anna Voswinckel.

  • Titel eines Plakats von Martin Kippenberger (1953–1997)

Above all, fashion appears as clothing, and as such, it is the subject of cultural practices. Often, these practices undermine the functionality of clothing and work with strategies of publication and distribution. To be fashionable therefore means to be visible in its essence in a narrower or wider context and thus also to become public and popular. We have to behave towards these visuals of fashion. We can adopt or adapt them, we can refuse them and make alternative designs that may even become fashions themselves. We are in danger of being out if we missed what is in. We can - as Walter Benjamin suggested - try to read the flag signals of the future in fashion or consider them the purest form of presence, we can understand them as the most important agents for the manifold processes of generating individual and collective identities, or as a blueprint for the cycles of late capitalist production.

"Du kommst auch noch in Mode" wants to explore and make legible the interrelations between fashion(designs) and corresponding social structures of social value-forming processes. The project is based on the hypothesis that a deeper understanding of the processes and practices of fashion also implies an expanded understanding of the popular and the populist. In the discourses of cultural legitimacy, popularity can be described both as a sign of success and as an opportunism that appeals to the public. But what makes popularity? Which aesthetic strategies can be associated with it? Who and what is seen by whom? How and in what relation do intentions and consequences manifest themselves? What are strategies of becoming public, how can they be appropriated, turned against and re-thought? What attributes and „forms“ are communicated through the publication, and which are not? What is the relationship between the dominating logics of above all technical progress of the popular?

The focus of the project is on process-oriented working and production methods, which are based on a close cooperation of the invited protagonists with the KV. The KV proves to be a spontaneous, versatile place, which sets the artistic works in relation to different spatial and public strategies as well as handling instructions.
In doing so, the "principle of fashion„ serves as a model, which illustrates the irresolvable and contradictory interrelationship between promise and threat, which is already hinted at in the title of the project.

A project by: Diana Felber, Louis Hay, Anna Lena von Helldorf, Anna Jehle, Eva Kallweit, Katharina Köhler, Daniel Niggemann, Teresa Rudolf, Caspar Sänger, Kilian Schellbach, Juliane Schickedanz, Jens Triebel und Anna Voswinckel.

  • title of a poster by Martin Kippenberger (1953–1997)
Künstler·innen
Verena Dengler, Frankfurter Hauptschule, Olaf Habelmann, Adam Harvey, Michael Kleine, Johanna Maxl, Henrike Naumann, Neurotic Arsehole, Jovana Reisinger, Caspar Sänger, Aleen Solari, Andrzej Steinbach,
Kurator·innen
*Du kommst auch noch in Mode* ist ein Projekt von Diana Felber, Louis Hay, Anna Lena von Helldorff, Peter Hermans, Anna Jehle, Eva Kallweit, Katharina Köhler, Daniel Niggemann, Teresa Rudolf, Caspar Sänger, Kilian Schellbach, Juliane Schickedanz, Jens Triebel und Anna Voswinckel.
Kooperationen
Deutsches Kleingärtnermuseum, Leipzig
Mär 2018 Apr 2019
  • Programmreihe

Die letzte Platte in L

Architektur und Stadtraum können als Manifestationen gesellschaftlicher Werte, Normen und Hierarchien gelesen werden: Monumentalität und Dekor sprechen von Repräsentationswillen; Formen von Wohngebäuden lassen darauf schließen, für welchen Menschen gebaut wurde; der Materialgebrauch verweist auf die ökonomischen Verhältnisse; die Qualität der Ausführung erlaubt Rückschlüsse auf die Planungskultur. In Auseinandersetzung mit sozialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten finden diese Kriterien auf vielfältige Weise Eingang in die Kunst. Das geschieht in symbolischen Handlungen und bildästhetischen Kategorien, aber auch in der unmittelbaren Platzierung der künstlerischen Arbeit vor Ort, an den Stellen wo Kunst und Architektur, Kunst und Urbanität, Kunst und Alltag aufeinandertreffen.

Der KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig e.V. befindet sich direkt im Kolonnadenviertel – im Stadtsprech „Colle“ genannt – einem architekturhistorisch besonderen Ort in Leipzig. Das Erscheinungsbild ist geprägt durch Wohnhäuser in Plattenbauweise, die vereinzelte im Krieg stehengebliebene Gebäude aus der Gründerzeit ergänzen.

Mit der Neugründung des KV im Mai 2014 ging auch eine substanzielle Standortbestimmung innerhalb seines sozialen, politischen und architektonischen Umfeldes einher. Fragen nach dem spezifischen Eigenwert und Mehrwert der Kunst für eine Gesellschaft und ihre Debatten waren stets eng mit dem Standort des Kunstvereins verbunden. Er entwickelte daraus eine Arbeitsweise, bei der verschiedene Konstellationen experimentell und auf demokratischer Basis erprobt und vor unterschiedlichen Erfahrungshintergründen beleuchtet werden.

In vereinzelten Projekten, wie dem 2017 vom KV organisierten Symposium zur ehemaligen Ez-Chaim-Synagoge im Rahmen der Jüdischen Woche, beschäftigte er sich bereits mit dem Kontext seiner sozialen, historischen sowie architektonischen Nachbarschaft. Aus aktuellem Anlass wird der KV diese im Rahmen des Projekts „Collefic(a)tion – Topografie eines Handlungsraums“ noch einmal konzentriert und auf diverse Weisen aus Perspektive der Kunst betrachten.

In den letzten fünf Jahren ist die Anziehungskraft der „Colle“ enorm gestiegen. Es herrscht Vollvermietung, die Mieten sind jedoch nach wie vor günstig. Ab 2019, 30 Jahre nach der Fertigstellung, plant die städtische Wohnungsbaugesellschaft LWB, die größtenteils Eigentümerin der Gebäude ist, eine Sanierung des Viertels. Dies wird eine große Herausforderung: eine Abwägung zwischen den ökonomischen Interessen der LWB, den Interessen der MieterInnen nach günstigem, aber modernisiertem Wohn- und Gewerberaum, dem Wunsch nach der Aufrechterhaltung des sozialen Gefüges und schließlich dem Erhalt der architektonischen Qualität, die eine denkmalgerechte Sanierung notwendig macht.

Das Kolonnadenviertel wurde zwischen 1982 und 1989 in bemerkenswert kurzer Zeit geplant und fertiggestellt. Die Innere Westvorstadt war im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden – die Flächen blieben nach der Trümmerbeseitigung bis in die 1980er Jahre frei. In dieser Zeit gab es verschiedene Überlegungen, das Gebiet wieder zu bebauen. Die angedachten Entwürfe zeigen allgemein die sich verändernden städtebaulichen Leitbilder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und im Speziellen in der DDR.

Der realisierte Entwurf des Kolonnadenviertels nimmt die Straßenzüge vergangener Bebauung auf. Das Areal lag lange außerhalb der bebauten Stadt: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das nahe des Auenwaldes gelegene Land in Gärten umgewandelt und erst im 19. Jahrhundert, nach der Trockenlegung und auf Grundlage der barocken Wegestruktur bebaut. Die Planenden nahmen nicht nur Bezug auf die städtebauliche Struktur, sondern die Referenz übertrug sich auch im architektonischen Detail. Die vorfabrizierten Platten wurden aufwändig mit Keramikfliesen verziert, verschwenderische Betongesimse, Erker und Kolonnadenumläufe mit Dachterrassen wurden umgesetzt – Bemühungen um eine fast liebliche Wirkung des neuerrichteten Viertels.

Damit wurde bei der realisierten Bebauung eindeutig Abstand von den Ideen des sozialistischen Modernismus genommen. Was war passiert? Seit Ende der 1970er bis in die 1980er Jahre wurde in Leipzig kaum gebaut – alle Anstrengungen wurden für das Großprojekt Grünau gebündelt. Zudem war in derselben Zeit im internationalen Architekturdiskurs eine neue Strömung auszumachen, die sich programmatisch abwendet von den Vorstellungen der Moderne. Der Einfluss auf den Städtebau der DDR war dabei wesentlich größer als auf die Architektur. Jane Jacobs und andere KritikerInnen propagierten nun die „nutzungsdurchmischte Stadt“ und wandten sich damit gegen die funktionsgetrennte Stadt der ModernistInnen. Damit steht das Kolonnandenviertel in Leipzig paradigmatisch für einen deutlichen Wandel in Architektur und Städtebau, an dem sich eine Aufbruchsstimmung in der späten DDR ablesen lässt.

Sep Okt 2017
  • Programmreihe

Die Politik der Freundschaft

In drei Teilen

Was ist das, Freundschaft? Sie ist nichts, was sich historisch, aktuell, pragmatisch oder philosophisch genau fassen ließe. Wenn es ein wiederkehrendes Motiv gibt, dann dieses: Freundschaft soll sich in der Stunde der Not beweisen. Freundschaft erscheint – paradox genug – als ein selbstloses, freiwilliges, mal mehr, mal weniger immaterielles und womöglich asymmetrisches Tauschverhältnis.

Die kapitalistische Moderne als eine Ökonomie des Warentauschs lässt allerdings wie alle anderen ­Beziehungsformen – Liebe oder Verwandtschaft – ­gleichermaßen die Freundschaft nicht unberührt; sie unterliegt dem Druck der Verdinglichung und Kommerzialisierung. Gilt sie einerseits weiterhin als eine der edelsten sozialen Währungen, so wird sie andererseits zum Spielfeld der privaten Ökonomien. FreundInnen in sozialen Medien werden gezählt und damit zum Merkmal der Distinktion, sie werden auf ihren Nutzen hin untersucht, ob sie etwas bringen oder nicht. Damit ­einhergehend und zuweilen im Widerspruch werden Freundschaften zu etwas, das dieser Ökonomisierung privater Lebensverhätnisse Utopie und Gegengewicht sein kann. Gerade unter dem Eindruck der Deregulierung von ­Arbeitsverhältnissen, einer gesellschaftlichen Entsolidarisierung und der ­Notwendigkeit sein eigenes Leben möglichst gewinnbringend zu planen und zu vermarkten, schaffen Freundschaften Vertrauensverhältnisse, die Freiräume wenigstens temporär öffnen können.

Für Die Politik der Freundschaft verwandelt der Künstler Wilhelm Klotzek den KV mit seinem raumgreifenden Setting Kreuzungstreff zu einem Kiez: Seine Installation wird Begegnungsort, Bühne und Rahmen für drei wechselnde Ausstellungsblöcke sein. Zu diesen sind lokale und internationale KünstlerInnen, FilmemacherInnen sowie AutorInnen eingeladen, deren Skulpturen, Texte, (Audio-)Performances oder Filme Themen der Freundschaft zwischen Liebe, Pragmatismus und Einsamkeit verhandeln.

Künstler·innen
Art N More, Artists Unlimited, Melanie Bonajo, Verena Dengler, Ross Downes, Heike Geißler, Martin Haufe, Karolin Meunier + Will Holder, Timo Katz + Uli Schallenberg, Wilhelm Klotzek, Katharina Merten, Julia Miorin, Grażyna Roguski, Florian Wüst + Arne Schmitt
Kurator·innen
Anna Jehle, Kilian Schellbach, Juliane Schickedanz, Anna Voswinckel in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv des KV

Bestellungen bitte per Mail an:
info@kunstverein-leipzig.org

2020

Ohne Titel (Das Gesicht ist eine Horrorgeschichte)

Andrzej Steinbach
2020, FineArt-Print, Auflage 35, signiert, 24×30 cm
Preis 300 EUR €

*1983 in Czarnkow (PL), lebt und arbeitet in Berlin und Köln
Andrzej Steinbach interessiert sich in seinen fotografischen Arbeiten und Installationen für soziokulturelle
Einschreibungen, Kultur und Geschichte und deren Bedeutung für Individuen und deren Identitätsbildung.
Das Porträt und seine ideologischen Gebrauchsweisen sind dabei immer wieder ein Angriffspunkt
für ihn, um zu Aussagen über Verfassung und potentielle Veränderung von Gesellschaft zu
kommen. Seine Arbeiten hinterfragen Repräsentationsformen, Identitätskonstruktionen, Beziehungen,
Hierarchien und Prinzipien sozialer Verhaltensregeln. Er gewann den Marion-Ermer-Preis, den Berenberg
Preis für junge Kunst, den Förderpreis der Wüstenrot Stiftung und den Bundespreis für Kunststudierende.
Er hatte u. a. Einzelausstellungen im Sprengel Museum/Hannover, in der Spedition Bremen,
im Conradi Brüssel, Art Foyer/Frankfurt am Main und war u. a. beteiligt an einer Gruppenausstellungen
im MoMA/New York.

www.andrzejsteinbach.de

2018

Untitled

Wilhelm Klotzek
2018, Siebdruck, Auflage 150, signiert, ca. DIN A4
Preis 90 EUR €
2017

aus der Serie Máj/My

Stephanie Kiwitt
Courtesy die Künstlerin,
Auflage 200, signiert, 30×40 cm
Preis 90 EUR €

Kiwitt arbeitet mit verschiedenen fotografischen Konzepten und Genres, die sich aus der thematischen Auseinandersetzung mit urbanen Orten, der Architektur der heutigen Konsumkultur, der Körperkultur und der Arbeitswelt ergeben. Ihre Arbeiten waren in Ausstellungen unter anderem im SMAK, Gent, bei Camera Austria, Graz, im Wiels in Brüssel, bei Les Rencontres de la Photographie d’Arles, im Kunstverein Freiburg und im Centre de la Photographie Genève zu sehen.

Sie arbeitete 2019 mit einem Atelierstipendium in der Meetfactory in Prag, erhielt 2018 ein Arbeitsstipendium von Kunsten en Erfgoed, Brüssel und der Stiftung Kunstfonds Bonn (2017) und wurde 2016 mit dem Ellen-Auerbach-Stipendium der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Unter anderem erschienen die Künstlerbücher Máj/My (Spector Books, 2018), Dialogues (Edition Camera Austria, 2016), CHOCO CHOCO (Lubok Verlag, 2015) sowie Wondelgemse Meersen (Kodoji Press, 2012). 2020 kuratierte sie zusammen mit Tereza Rudolf Hružkova und Anna Voswinckel das Fotograf Festival Uneven Ground in Prag.

2016

Ach

Paule Hammer
2016, Linolschnitt, 4-farbig, Auflage 200, signiert, ca. DIN A4
Preis 90 EUR €
2016

Der entscheidende Augenblick musste verschoben werden

Alwin Lay
2016, DIN A4 Stülpdeckelschachtel bedruckt, 20×28 cm Fine Art Print, Paper Safe, Auflage 20, signiert
Preis 160 EUR €
2015

STARS

Peggy Buth
2014, Auflage 200, signiert, ca. DIN A4
Preis 90 EUR €
2014

o. T.

Katharina Immekus
2014, 2-farbiger Linolschnitt,
Auflage 200, signiert, ca. DIN A5
Preis 90 EUR €
2014

scenario (what is the)

Mark Hamilton, Anna-Lena von Helldorff
2014, thread on light sweatshirt, Auflage 20 (10×M, 10×L)
Preis 90 EUR €

Anna Lena von Helldorff’s praxis is based on the principle of collaboration in varying constellations and formats—reflecting on forms of exhibiting, presenting, publishing, making public—she understands graphic design or rather gestaltung as an editing process to communicate and visualize existing and new structures and their content as an act of interpretation, a process of translation—as vital part of society and therefor everyday life—with a focus on the potential relation between language, type, image and meaning—in consideration of the economic conditions in visual production.
Her studying of visual communication started in Munich as daughter of Rolf Müller, passed through the Academy of Visual Arts Leipzig with cyan, Ruedi Baur, Markus Dreßen – and continues as teaching herself. She founded the collective studio buero total and co-founded the KV—Art Association of Contemporary Art Leipzig, reflecting on contemporary production of visual culture and its resources.

Mark Hamilton, ein britischer Künstler mit Wohnsitz in Berlin, setzt sich mit materiellen und ideologischen Veränderungen auseinander. Da diese sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kunst stattfinden, bezieht er sich auf kunstgeschichtliche sowie sozio-politische Phänomene. Der Künstler übernimmt existierende Artefakte; er dekonstruiert und analysiert sie und führt sie in einen neuen Kontext ein, z. B. ein modulares Beschriftungssystem, das mit dem avantgardistischen Künstler Alexander Rodtschenko assoziiert wird. Oder er kombiniert Elemente der Pop-Art mit der Ästhetik von konstruktivistischen Collagen und von Punk-Rock-Flyern, um ein ›Porträt‹ des Philosophen Slavoj Žizek zu schaffen. In vielen Werken zitiert Hamilton die Ikonografie des Minimalismus, dessen Autorität er mithilfe kleiner, beabsichtigter Fehlstellen oder durch das Material der Arbeit selbst untergräbt, das im Widerspruch zu den originalen Vorlagen steht. Dadurch entsteht in seinen Arbeiten eine Vielzahl an Referenzen. Mark Hamilton greift u. a. auf Film, Literatur, Philosophie, Popmusik und Skateboard-Kultur zurück. Diese Bezüge haben nicht zuletzt mit seiner eigenen Biografie und mit persönlichen Erfahrungen zu tun.
Mark Hamilton wurde 1968 in Plymouth, England geboren. Zu seinen Einzelausstellungen zählen ›Metal Box‹ in der Galerie b2, Leipzig (2007) und ›Echoplex‹, Artists Space, New York (2006). Hamilton nahm u. a. an Gruppenausstellungen im Kunstraum Niederösterreich, Wien, Glue in Berlin, Bauhaus Dessau, IKON Gallery Birmingham und The Modern Institute, Glasgow teil.

Der KV — Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig als selbstorganisierter Ort ist darauf angewiesen, dass engagierte Menschen mit gestalten und Verantwortung für Inhalte und Strukturen übernehmen. Du hast Interesse am Programm des KV mitzuwirken? Wir treffen uns dienstags – komm gern dazu! Melde dich vorher kurz per Mail.

Der KV — Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig e.V. wurde 2014 gegründet, um eine Plattform für die professionelle Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst und ihrer Verbindungen in angrenzende Bereiche und die Gesellschaft zu bieten. Der KV Leipzig arbeitet mit Künstler·innen, die am Beginn ihrer Karriere stehen, gibt ihnen einen Raum, zeigt ihre Arbeiten zusammen mit Werken etablierter Positionen und lädt dazu ein, zu diskutieren. Der Wechsel von lokalen und internationalen Positionen sowie die Realisierung kooperativer Projekte mit verschiedenen Partner·innen setzt entscheidende Impulse für das kulturelle Klima der Stadt Leipzig, in der der KV eine feste Größe ist. Er kann mit mehreren tausend Besucher·innen pro Jahr aufwarten. Auch international macht sich der Verein durch sein Ausstellungsprogramm, aber auch durch sein spezielles Institutionsmodell einen Namen. Denn ebenso wichtig wie die Förderung der Kunst und des künstlerischen Nachwuchses ist die Arbeit an der Frage nach dem Modell des Kunstvereins und dessen Institutionalisierung.

Die kollektive Führung des KV erprobt ein Modell, das sich den lokalen Gegebenheiten und historischen Besonderheiten Leipzigs verpflichtet fühlt und diese als Ausgangspunkt nimmt, um über globale Phänomene zu reflektieren. So hat der KV trotz der recht kurzen Zeit seines Bestehens ein erkennbares Profil entwickelt, das für ein nicht-hierarchisches Modell der Zusammenarbeit stehen kann, einer Zusammenarbeit des Teams mit den Künstler·innen, mit Besucher·innen, mit anderen Mitgliedern und untereinander. Das ehrenamtliche Team besteht aus Personen, die professionell im kulturellen Feld arbeiten – Künstler·innen, Theoretiker·innen, Gestalter·innen, Wissenschaftler·innen, Architekt·innen und Kurator·innen – und teilweise auf langjährige Erfahrungen im Kunst- und Ausstellungsmachen, im Publizieren und in der Lehre zurückgreifen können. Es ist offen für alle Vereinsmitglieder. Alle wichtige Entscheidungen werden in einem öffentlichen Plenum diskutiert und demokratisch getroffen. Jede·r kann mitsprechen; jede·r kann ihre·seine Position im Produktionsprozess selbst bestimmen. So entsteht ein zeitgemäßes, lebendiges und produktives Miteinander, bei dem verschiedene Erfahrungshintergründe auf ein umfangreiches Methodenrepertoire treffen. Dadurch unterscheidet sich der KV als Produzent·innen-Kollektiv wesentlich von der Struktur traditioneller bürgerlicher Kunstvereine. Umso wichtiger sind aktive Mitglieder, die die Unterstützung zeitgenössischer Kunst zu ihrem persönlichen Anliegen machen.

Der KV nutzt für seine Veranstaltungen unterschiedlichste Formate wie thematische Gruppen- und Einzelausstellungen internationaler Künstler·innen, Workshops, Filmscreenings, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen, Performances, Vermittlungs-, Bildungs- und Publikationsprojekte, Konzerte und stadtteilbezogene Veranstaltungen. Darüber hinaus kooperiert er mit anderen lokalen und internationalen Kunstinstitutionen und Kulturproduzent·innen, aber auch mit Initiativen und Akteur·innen außerhalb des Kunstfeldes mit denen er ein gemeinsames gesellschaftspolitisches Interesse teilt. Zudem gibt es enge Verbindungen zu lokalen Institutionen wie beispielsweise zur Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, zum Deutschen Literaturinstitut, zur Leipziger Buchmesse und zum f/stop Festival für Fotografie Leipzig.

2019 erhielt der KV den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine. In der Jurybegründung heißt es: „Die Jury freut sich, mit dem KV — Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig e.V. eine Initiative mit dem ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine auszuzeichnen, die in einem transformativen Prozess in den vergangenen fünf Jahren eine bereits bestehende Struktur völlig neu organisiert hat. Mit einem großen ehrenamtlichen Engagement wird gegenwärtig ein dicht gewebtes Programm verwirklicht, das seine Dynamik nicht zuletzt auch aus der Gleichbehandlung der verschiedenen, thematisch miteinander verknüpften Veranstaltungsformate wie Ausstellungen, Performances oder Diskussionen bezieht. Besonders die Betonung von Begegnung und kritischem Austausch machen den KV zu einem wichtigen Teil der städtischen Nachbarschaft.“

Mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro könnt ihr uns unterstützen.

Bitte werft den Antrag unterschrieben in den Briefkasten oder schickt ihn uns zu:

KV — Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig e.V.
Kolonnadenstraße 6
04109 Leipzig

Oder sendet ihn per Mail an:
kv.kunstvereinleipzig(at)gmail.com

Euren Mitgliedsbeitrag überweist ihr bitte zu Beginn jedes Jahres auf folgendes Konto:

Empfänger:
KV — Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig e.V.
Bank:
Skatbank Altenburg
IBAN:
DE10 8306 5408 0004 8489 93
Betreff:
Mitgliedsbeitrag (Jahr)

Wir freuen uns, wenn wir euch als neue Mitglieder begrüßen dürfen.

Verantwortlich

KV — Verein für Zeitgenössische Kunst Leipzig e.V.
Kolonnadenstraße 6
04109 Leipzig
info@kunstverein-leipzig.org

Vorstand

Christian Doeller
Diana Felber
Louis Hay
Katharina Köhler
Teresa Rudolf
Kilian Schellbach
Caspar Sänger
Jens Triebel

Konzept und Gestaltung

Katharina Köhler mit Knoth + Renner

Website

Knoth + Renner

Schrift

Katharina Köhler

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